Allgemeine Informationen
Model United Nations Schleswig-Holstein (MUN-SH) ist eine der größten und renommiertesten UN-Simulationen für Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Die jährlich in Kiel stattfindende Veranstaltung bringt junge Menschen aus verschiedenen Schulen und Ländern zusammen, um die Arbeit der Vereinten Nationen in realitätsnahen Debatten nachzuerleben.
Während der mehrtägigen Konferenz übernehmen die Teilnehmenden die Rolle von Delegierten verschiedener Länder und vertreten deren Positionen in verschiedenen UN-Gremien wie der Generalversammlung oder dem Sicherheitsrat. Sie halten Reden, verhandeln mit anderen Delegationen, verfassen Resolutionen und stimmen über globale Themen ab. Dabei stehen aktuelle weltpolitische Herausforderungen im Mittelpunkt, von Klimawandel über Menschenrechte bis hin zu internationaler Sicherheit. Neben der klassischen Delegiertenrolle gibt es weitere spannende Möglichkeiten, an MUN-SH teilzunehmen. So können sich Teilnehmende auch als Pressevertretung engagieren, indem sie Artikel schreiben, Interviews führen und eine tägliche Konferenzzeitung gestalten. Alternativ können sie in einer Nichtregierungsorganisation (NGO) mitwirken und aus einer zivilgesellschaftlichen Perspektive Einfluss auf die Verhandlungen nehmen.
MUN-SH bietet nicht nur eine spannende Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Themen, sondern fördert auch wichtige Kompetenzen wie Argumentationsfähigkeit, diplomatisches Geschick, Teamarbeit und Sprachfertigkeiten – insbesondere in englischer Sprache, da die Konferenz vollständig auf Englisch abgehalten wird.
Die Konferenz ist ein einzigartiges Erlebnis für alle, die sich für globale Zusammenhänge und diplomatische Prozesse interessieren.
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MUN SH Konferenz
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Lust auf MUN SH?
Du möchtest Teil des MUN SH Teams der GGS Sandesneben werden? Dann meld dich einfach bei Frau Pracejus. Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 10-13.
Noch Fragen?
Bei Fragen zum Projekt MUN SH gerne eine Mail an Frau Pracejus senden.
MUN SH 2025
Die Teilnahme an der Model United Nations Schleswig-Holstein (MUN SH) war für unsere Schule im Schuljahr 24/25 die erste, aber sicherlich nicht die letzte. In den Sommerferien kam Frau Pracejus die Idee das Projekt MUN SH, welches noch aus der eigenen Schulzeit in guter Erinnerung geblieben ist, auch nach Sandesneben zu holen. Es haben sich vier Schülerinnen und Schüler aus dem 12. Jahrgang an dieses spannende Projekt gewagt. Es war eine intensive, aber unglaublich bereichernde Erfahrung. In die Rolle von Diplomatinnen und Diplomaten zu schlüpfen, internationale Politik hautnah zu erleben und die rhetorischen Fähigkeiten zu schärfen, war nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Gelegenheit, über sich selbst hinauszuwachsen.
Die Vorbereitung – Recherchieren, Argumentieren, Überzeugen
Bevor es zur eigentlichen Konferenz ging, mussten die Schülerinnen und Schüler sich intensiv vorbereiten. Am Anfang mussten wir uns überlegen, welches Land auf der Konferenz vertreten werden soll. Die USA und Deutschland standen ganz oben auf der Wunschliste. Am Ende sind wir als die Delegation von Peru nach Kiel gereist, eine Entscheidung, die den Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in die lateinamerikanische Politik ermöglichte. Es wurde die politischen Positionen Perus recherchiert, Positionspapiere verfasst und erste Arbeitspapiere entwickelt. Dabei wurde schnell festgestellt, wie wichtig es ist, sich präzise auszudrücken und gleichzeitig diplomatisch zu bleiben – eine Fähigkeit, die auch außerhalb der Konferenz weiterhelfen wird.
Die Konferenz – Politik zum Anfassen
Während der MUN SH tagte unsere Delegation in der Generalversammlung (GV), dem Komitee für Friedenskonsolidierung (KfK), der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und der Regionalkommission für Lateinamerika und die Karibik (RKL). Es wurde über globale Themen wie Desinformationskampagnen, die Ausbeutung der Kaffeebauern, die Rolle indigener Völker in der Friedenssicherung in Kolumbien und den Einsatz von marinen Geoengineering diskutiert. Die Atmosphäre war inspirierend: Überall engagierte Jugendliche, die leidenschaftlich diskutierten und kreative Lösungsansätze präsentierten. Die formalen Abläufe und die Einhaltung der diplomatischen Sprache verliehen dem Ganzen eine authentische UNO-Atmosphäre und alle waren schnell in der Rolle als Diplomaten. Auch wenn es am Anfang noch ungewohnt war, auf die Pronomen ‘Ich’ und ‘Wir’ zu verzichten und immer von der Delegation Perus in der dritten Person zu sprechen. Die Veranstaltung begann am Donnerstag mit Workshops und einer Einführung in die Konferenzstruktur. Am Abend wurde die Konferenz feierlich eröffnet, und von da an waren alle mitten im Geschehen. Bis Montag wurde in den Komitees gearbeitet und verhandelt und Resolutionen formuliert. Die erste Resolution der Konferenz wurde vom RKL am Samstag nach 1,5 Tagen intensiver Diskussion verabschiedet – ein besonderer Moment, der den Einsatz und die Ausdauer der Delegierten widerspiegelte. Im Rahmen des Weltfrauentags führten NGOs zudem verschiedene Protestaktionen durch, um auf die Rechte von Frauen und bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Doch es gab auch Skandale: Zwei Resolutionsentwürfe der IMO schienen klar gegen das Völkerrecht zu verstoßen, was hitzige Debatten und intensive Überarbeitungen nach sich zog.
Persönliches Wachstum und neue Freundschaften
Neben den fachlichen Aspekten war MUN SH auch eine unvergessliche soziale Erfahrung. Wir lernten Gleichgesinnte aus ganz Deutschland, Kopenhagen, Sevilla, Athen, Kairo und Izmir kennen, knüpften Bekanntschaften und entwickelten ein tieferes Verständnis für andere Perspektiven. Abends trafen wir uns mit Delegierten anderer Länder manchmal sogar bei McDonald’s – und tauschten uns in lockerer Atmosphäre aus. Und knüpften neue Freundschaften. Die gemeinsamen Abendveranstaltungen und informellen Gespräche rundeten die Tage perfekt ab und sorgten für unvergessliche Momente.
Fazit – Mehr als nur eine schulische Veranstaltung
MUN SH war nicht nur eine schulische Veranstaltung, sondern eine echte Horizonterweiterung. Die Schülerinnen und Schüler haben gelernt, wie komplex internationale Politik ist, wie wichtig Zusammenarbeit und Kompromisse sind und wie viel Einfluss engagierte junge Menschen haben können. Die Teilnahme hat alle nicht nur fachlich, sondern auch persönlich gestärkt – und für viele von uns steht fest: Das war nicht unsere letzte Model-UN-Konferenz!
Schülermeinungenzur Teilnahme
War für mich eine ganz besondere Erfahrung, und für mich steht fest: Bei der nächsten Gelegenheit bin ich wieder dabei!
Model United Nations bot mir die einzigartige Gelegenheit, Politik auf einer völlig neuen Ebene zu erleben.
MUN ermöglichte es mir, die immense Komplexität politischer Prozesse nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern sie auch aktiv mitzugestalten. Ich erkannte, wie vielschichtig Entscheidungsfindungen sind und wie essenziell diplomatisches Geschick sowie strategisches Denken im Umgang mit solchen Herausforderungen sind. Diese Tage haben mich nicht nur intellektuell gefordert, sondern auch auf sozialer eben. Einen Konsens zu finden, erwies sich oft als schwieriger als erwartet, doch durch intensive Debatten und zahlreiche informelle Sitzungen gelang es uns schließlich, in der IMO tragfähige Lösungen zu erarbeiten.
Nach stundenlangen Verhandlungen endete der Tag jedoch nicht abrupt mit dem letzten offiziellen Wortbeitrag. Vielmehr setzten wir unsere Diskussionen in geselliger Runde fort, sei es beim gemeinsamen Abendessen oder in jenen nächtlichen Momenten, in denen eine spontane Eingebung für eine Rede uns noch lange wachhielt. Diese Mischung aus intellektueller Herausforderung und freundschaftlichen Austausch machte MUN zu einer unvergesslichen Erfahrung. Wir hatten unfassbar viel Spaß, und für mich war Model United Nations 2025 mit all den neuen Bekanntschaften und den unvergesslichen Debatten eine ganz besondere Erfahrung. Ich kann es kaum erwarten, mich für die nächste MUN anzumelden! (Lukas King, 12N)

Die Delegation Perus 2025 mit Lukas King, Patrick Berwald, Sarah Hirschmann und Leo Squarciafichi (alle 12N)